„Viele glauben, wir sind nur auf akute Hilfe und individuelle Beratung beschränkt“, weiß eine der drei Beraterinnen zu berichten. „Unsere Arbeit in der Beratungsstelle ist aber auch darauf ausgerichtet, sexuelle Ausbeutung frühzeitig zu verhindern und Handlungskompetenzen zu stärken.“ So informieren und sensibilisieren Mitarbeiterinnen der Frauenberatungsstelle für Betroffene von Menschenhandel in Ostwestfalen-Lippe, NADESCHDA, Schulklassen und Lehrkräfte über die sogenannte Loverboy-Methode.
Für verlässliche Aufklärung gibt es hohen Bedarf – das zeigte das große Interesse an den Veranstaltungen. Die Trägerin, die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen e.V., engagiert sich seit vielen Jahrzehnten gegen Gewalt an Frauen und für den Schutz der Menschenrechte. Somit nimmt Prävention für die Mitarbeiterinnen von NADESCHDA seit Bestehen einen zentralen Stellenwert ein.
Die Aktion „Blue Blindfold“ zum Internationalen Tag gegen Menschenhandel - jährlich am 30. Juli - ist ein anderes Beispiel für den präventiven Ansatz: Die symbolische blaue Augenbinde macht darauf aufmerksam, wie häufig Ausbeutung im Verborgenen geschieht. Zugleich ist die Aktion ein Appell, genauer hinzuschauen und Verantwortung zu übernehmen.
„Für uns ist Prävention zentral für wirksamen Schutz“, stellt eine Mitarbeiterin heraus und eine andere ergänzt: „Hilfe beginnt nicht erst dort, wo Gewalt bereits geschehen ist, sondern dort, wo Aufklärung, Aufmerksamkeit und gesellschaftliche Verantwortung wachsen.“
