Starke Stimmen in den Beratungsstellen in Herford
Auch in den Beratungsstellen NADESCHDA und THEODORA sowie in der Fachstelle YUNA Westfalen-Lippe wurde der 9. März 2026 als Frauenstreiktag bewusst begangen. Der Anlass war der Aufruf des #TöchterKollektivs zu einem globalen Frauen*Generalstreik, der den Internationalen Frauentag um einen Tag des Protests und der Arbeitsniederlegung erweiterte. Birgit Reiche, leitende Pfarrerin der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen, hatte diesen Aufruf an die Mitarbeitenden weitergegeben und betont: „Jede nach ihren Möglichkeiten – aber gemeinsam für eine gerechtere Welt.“
Kino-Matinee mit Blick auf das „neue alte Ich“
Am Internationalen Frauentag luden die Mädchen- und Frauenberatungsstellen in Herford, unter anderem THEODORA und NADESCHDA, zu der Kino-Matinee für Mädchen und Frauen in das Herforder Kino Capitol zu einem gemeinsamen Vormittag ein. Er bot Raum für Austausch, Begegnung und neue Impulse. Gezeigt wurde „Mein neues altes Ich“, ein Film, der Betroffene ernst nimmt und zugleich gesellschaftliche Fragen stellt. Zur Begrüßung gab es wie gewohnt ein Getränk. Freundinnen, Mütter, Töchter, Kolleginnen oder die beste Freundin – alle waren willkommen, diesen besonderen Tag gemeinsam zu verbringen und sich von einem bewegenden Kinoerlebnis inspirieren zu lassen. Der Film hat im Anschluss regen Austauschbedarf bei den Besucherinnen ausgelöst.
Schutz für Betroffene von Menschenhandel in Ostwestfalen-Lippe unter Druck
Als Amina die Tür der Schutzwohnung hinter sich schloss, war es der erste Moment von Ruhe seit Monaten. Keine Drohungen, keine Kontrolle, kein Zwang. Für die junge Frau begann ein vorsichtiger Neuanfang. Sie ist eine von 64 Frauen, die im Jahr 2025 von der Frauenberatungsstelle für Betroffene von Menschenhandel in Ostwestfalen-Lippe, NADESCHDA, begleitet wurden.
Jahresbericht NADESCHDA 2025
Liebe Leser*innen, ein ereignisreiches Jahr liegt hinter uns. Der Wegfall der Förderung aus dem Empowerment-Projekt der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration zwang uns, unsere 2,5 Stellen um eine halbe Stelle zu reduzieren. Diese Kürzung hatte spürbare Auswirkungen: Wir mussten eine Schutzwohnung aufgeben und die Zahl der betreuten Klientinnen verringern. Damit waren Einschnitte in einem Bereich notwendig, der auf Kontinuität und Verlässlichkeit angewiesen ist.
Schutz vor Manipulation durch Loverboy
Sie geben sich als Traumpartner aus, umgarnen minderjährige Mädchen und junge Frauen mit Aufmerksamkeit, Geschenken und Liebesbekundungen. Doch dahinter steckt ein perfides System: Sogenannte Loverboys sind Zuhälter, oft selbst noch Jugendliche oder junge Erwachsene. Sie manipulieren Mädchen und Frauen gezielt und zwingen sie schließlich in die Prostitution. An dieser Stelle greift ein Präventionsprojekt der Frauenberatungsstelle NADESCHDA in Ostwestfalen-Lippe (OWL): Es soll junge Menschen frühzeitig schützen und Fachkräfte handlungsfähig machen.
